• Installationshinweise

Installationshinweise

Elektrischer Anschluss

  • Der elektrische Anschluss ist nur dem autorisierten Fachpersonal erlaubt.
  • Bei Montage und Anschluss des Reglers und bei der Wahl des verwendeten Leitungsmaterials müssen die geltenden Vorschriften der VDE 0100 "Bestimmungen über das Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen unter 1000 V" eingehalten werden.
  • Beim Schalten von Schützen und anderen induktiven Lasten kann es zu Funktionsstörungen und in Extremfällen zur Beschädigung des Reglers kommen. Wir empfehlen, Schützspulen mit Funkenlöschgliedern zu beschalten.
  • Der Regler und die mit ihm verbundenen Installationen enthalten spannungsführende Teile. Das Gehäuse darf kundenseitig auf keinen Fall geöffnet werden. Bei möglichem Kontakt mit spannungsführenden Teilen ist das Gerät 2-polig vom Netz zu trennen.
  • Alle Fühler- und Signalleitungen sollten räumlich getrennt von den Steuer- und Netzspannungsleitungen und nicht parallel verlegt werden, um kapazitive oder induktive Einkopplungen zu vermeiden. Nach Möglichkeit sind abgeschirmte Messleitungen zu verwenden.
  • Der Regler ist mit dem Schutzleiter zu erden. Um Erdschleifen und Fehlströme zu vermeiden, ist für alle Erdungsleitungen ein gemeinsamer Erdanschluss vorzusehen, der mit dem Schutzleiter der Spannungsversorgung verbunden ist. (keine Erdungsleitungen zwischen verschiedenen Reglern)
  • Keine weiteren Verbraucher an die Netzklemmen des Reglers anschließen.
  • Regler nicht in explosionsgefährdeter Umgebung betreiben.

Entstörhinweise

Der Einsatz von Mikroprozessoren in Steuer- und Regeleinheiten erlaubt die Ausführung komplexer Aufgaben ohne Verzicht auf Bedienungskomfort und Übersichtlichkeit. Mit zunehmender Aufgabenvielfalt und steigender Messgenauigkeit steigt aber auch die Störempfindlichkeit.
Mit der VDE 0843 steht eine europaweite Norm für die Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) von Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen in der Prozesstechnik zur Verfügung, die festlegt, welche Störpegel einem Gerät zugemutet werden dürfen. Für den fehlerfreien Betrieb einer Anlage sollten die Störungen deutlich unter diesen Richtwerten liegen. In der Praxis treten jedoch bei unvollständig beseitigten Störquellen sogar weit höhere Störpegel auf.

Mögliche Störquellen

Eine Störung kann sich leitungsgebunden ausbreiten, oder durch elektromagnetische Abstrahlung. Die schädlichste Wirkung geht meist von leitungsgebundenen Störungen aus. Mögliche Störquellen sind:

  • Prellende Kontakte
  • Abschalten induktiver Lasten
  • Ungünstige Leitungsführung
  • Zu kleine Leitungsquerschnitte
  • Wackelkontakte
  • Getaktete Leistungsstufen
  • Phasenanschnittsteuerungen
  • Leistungstrennung
  • Hochfrequenzgeneratoren.

Grundregeln für die Installation

Bei der Installation von prozessorgesteuerten Regelsystemen sind einige Grundsätze zu beachten:

  1. Möglichst keine Störquellen zulassen, das heißt, eine Entstörung durchführen und die Störpegel minimieren (Funkentstörung gemäß VDE 0875, Durchführung nach VDE 0874). Prinzipiell muss eine Störung am Ort ihrer Entstehung beseitigt werden. Entstörmittel sind möglichst nahe der Störquelle einzusetzen.
  2. Unvermeidliche Störquellen möglichst entfernt von den Regelsystemen unterbringen.
  3. Alle Fühler- und Signalleitungen sollten räumlich getrennt von den Steuer- und Netzspannungsleitungen verlegt werden, um kapazitive oder induktive Einkopplungen zu vermeiden.
  4. Abgeschirmte Messleitungen verwenden und die Schirmung erden. Möglichst nur einen gemeinsamen Erdanschluss vorsehen, um Erdschleifen und Fehlströme zu vermeiden.
  5. Es empfiehlt sich, eine separate Netzzuleitung für die Spannungsversorgung des Regelsystems vorzusehen, wodurch Störpegel weniger stark über die Netzleitung eingeschleppt werden und Spannungseinbrüche beim Schalten großer Lasten weniger bemerkbar sind.
  6. Bei geschalteten induktiven Verbrauchern ist die entstehende Induktionsspannung durch Schutzglieder abzubauen, die für Gleich- und Wechselspannungsnetze unterschiedlich sind.
  7.  In Gleichspannungsnetzen kann im einfachsten Fall eine Freilaufdiode mit hoher Stoßstromfestigkeit die Induktionsspannung begrenzen.
  8. Bei Wechselspannungsbetrieb wird oft ein RC-Filter eingesetzt, der direkt an der Induktivität platziert und auf sie angepasst sein muss. Die Ermittlung der Filterwerte kann rechnerisch erfolgen, falls die Induktivität der Spule bekannt ist, oder experimentell. Es dürfen nur zugelassene Kondensatoren nach VDE 0565 verwendet werden.
  9.  Der Einbau eines RC-Filters am Schaltkontakt des Reglers ist sehr problematisch, weil selbst bei geöffneter Schalterstellung ein Blindstrom über den Filter fließt. Dieser kann größer sein, als der Haltestrom des Schützes, wobei ein geschlossener Kontakt nicht mehr öffnet.
  10. Halbleiterschalter wie Thyristoren, Triacs oder SSR erzeugen Störspannungen aufgrund ihrer nichtlinearen Kennlinie und ihrer endlichen Zündspannung. Sie müssen wegen ihrer begrenzten Sperrspannung auch selbst vor Überspannung ge-schützt werden. Hier werden oft Varistoren, RC-Filter oder Drosseln eingesetzt. Falls möglich, empfiehlt sich bei Halbleiterschaltern die Verwendung von Nullspannungsschaltern.
  11. Einsatz eines Netzfilters bei stark gestörter Netzversorgung an Reglern für Netzspannung. Das Filter sollte möglichst nahe am Regler montiert und mit kurzen Leitungen berührungssicher verbunden werden. Der Anschluss des Filters an Schutzerde ist unbedingt erforderlich. Man beachte, dass ein kleiner Blindstrom zur Erde abfließt.

Die Versorgung der durch den Regler geschalteten Verbraucher darf nicht auf der Reglerseite hinter dem Netzfilter abgegriffen werden.
Alle Entstörmaßnahmen haben den positiven Nebeneffekt, dass die Lebensdauer der Bauteile und damit der Anlage verlängert wird. Bei einem Schaltschütz wird durch ein RC-Filter der Abbrand deutlich reduziert.
Diese Anleitung soll nur Anregungen geben und erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Für weitergehende Informationen sei an die Hersteller von Schaltgliedern verwiesen, die meist auch passende Entstörelemente anbieten. Oder man wende sich direkt an die Hersteller von Entstöreinheiten:

Lütze GmbH, Weinstadt
Murata Elektronik GmbH, Nürnberg
Murrelektronik GmbH, Oppenweiler
Schaffner Elektronik GmbH, Karlsruhe
Timonta Manger GmbH, Freiburg
VAC Vacuumschmelze GmbH, Hanau

Bestell.-Nr. RC-Filter

Obwohl eine Anpassung des RC-Filters unumgänglich ist, kann der folgende typische Baustein angeboten und empfohlen werden: RC-Filter, 470 R + 0,47 µF, 230 V~
Bestellnummer: 900089.001

Bestell.-Nr. Netzfilter

Netzfilter mit Flachsteckanschluss, 230 V~
Bestellnummer: 900089.002

Umweltbedingungen

Die in den technischen Daten angegebenen Umweltbedingungen müssen eingehalten werden. Die zulässige Umgebungstemperatur beträgt bei Lagerung -20°C ... +70°C , im laufenden Betrieb 0°C ... +55°C. Die maximale relative Feuchte beträgt 75% ohne Betauung.

Pflege der Front

Zur Säuberung der Frontfolie sind handelsübliche Reinigungsmittel (z.B. Spülmittel) zu verwenden. Organische Lösungsmittel (z.B. Waschbenzin oder Spiritus) und Hochdruckreiniger sind zu vermeiden.